Was ist Mediation1

Mediation ist…

– Krisen- und Konfliktberatung.

– ein freiwiliiges Verfahren zur außergerichtlichen Lösung von Konflikten. In diesem Verfahren sollen die Konfliktparteien

unter Hinzuziehung eines neutralen (allparteilichen) Dritten – des Mediators – versuchen, selbstbestimmte und von allen

Beteiligten akzeptierte Problemlösungen zu erarbeiten.

Ziel ist es…

– Lösungen zum allseitigen Nutzen zu erarbeiten, die von allen Beteiligten getragen werden.

– dass das Ergebnis des Verfahrens allein von den Beteiligten entschieden wird.

– dass die Konfliktparteien im Verlauf des Verfahrens unter Anleitung des Mediators (wieder) miteinander kommunizieren,

selbstständig und eigenverantwortlich mit ihrem Konflikt umgehen, um letztlich nach kreativen Lösungsmöglichkeiten zu

forschen und diese umzusetzen.

– Kooperation statt Konfrontation zu schaffen.

– eine friedliche und produktive Form des Umgangs zu finden.

– dem einzelnen die Fähigkeit zu vermitteln, Konflikte in Zukunft selbst zu lösen.

– Zeit, Geld, Nerven und langjährige Verfahren zu sparen.

Wie verläuft eine Mediation?

Vorbereitungsphase. Initiative einer Streitpartei – Einschaltung eines Mediators – Kontaktaufnahme zu der(n) anderen Streitpartei(en) – gemeinsame Erörterung von Sinn und Zweck der Mediation im vorliegenden Fall – Entwicklung und Formulierung einer Verhandlungsordnung, an deren Regeln die Parteien gebunden sind.

Durchführungsphase. Offenlegung und Sammlung der dem Konflikt zugrundeliegenden Fakten/kreative Ideensuche/Entwicklung von Lösungsoptionen.

Entscheidung und Umsetzungsphase. Gemeinsame Entscheidung/Abschluss einer Mediationsvereinbarung/Klärung

Anwendungsgebiete von Mediation

-Familienmediation

-bei Trennung und Scheidung

-Kinder und Jugendliche (Sorge- und Umgangsrecht)

-Mediation in der Schule

-bei Konflikten zwischen Schülern

-bei Konflikten zwischen Schülern und Lehrern

-Arbeits- und Wirtschaftsmediation

-bei Konflikten innerhalb von Unternehmen und Verbänden

-bei Konflikten zwischen Unternehmen

-Mediation im öffentlichen Recht

-bei Nachbarstreitigkeiten

-bei umweltrelevanten Bau- und Planungsvorhaben

-Mediation im Strafrecht (Täter-Opfer-Ausgleich)

Warum Mediation bei Hochsensiblen, Hochbegabten und Aspergern?

Da solche Menschen häufig eine völlig andere Wahrnehmung der Welt haben, kann bereits früh in der Kindheit das Gefühl von der Außenwelt nicht verstanden zu werden entsteht und die Bedürfnisse nicht anerkannt zu bekommen. Bei Aspergern besteht zusätzlich der innere Druck, die komplexe Innenwelt für Außenstehende mitzuteilen, aber dafür keine Worte zu finden.

Vor allem wenn die Hochbegabung noch nicht bekannt ist, wird häufig eher auf die Einschränkungen und Defizite solcher Menschen eingegangen. Dies kann zu innerer Abwehr und Aggression führen, es entsteht das Gefühl mit seinen Fähigkeiten und Potenzialen nicht respektiert und anerkannt zu werden.

Solche Situationen entstehen vor allem bei psychiatrischen Fehldiagnosen. Die Diagnose einer psychischen Krankheit bedeutet in unserer Zeit leider noch häufig Stigmatisierung und soziale Isolation. Damit wird vor allem bei Aspergern der soziale Rückzug befördert, ein Teufelskreislauf setzt ein und es kann zu Partnerschaftskrisen, Alkoholmissbrauch, Aggressionen und Selbstverletzungen führen.

Solche Gefühle des “Ausgeschlossen-Seins” und Missachtung fördern Konflikte. Dabei könnten im angemessenen Umgang mit solchen Menschen unglaubliche Potenziale und Fähigkeiten freigesetzt werden.

1 Aus „Handbuch Mediation“, Haft/Gräfin von Schlieffen, C.H. Beck München 2002